Inklusion bedeutet für mich mehr als Barrierefreiheit. Es geht darum, selbstbestimmt leben, entscheiden und dazugehören zu können. Dafür müssen wir Barrieren abbauen – in Gebäuden, in Strukturen und in unseren Köpfen.
Teilhabe darf keine Ausnahme sein.
Inklusion entscheidet sich für mich im Alltag. Kann ich die Schule besuchen, die zu mir passt? Kann ich einen Beruf ergreifen, der meinen Fähigkeiten entspricht? Kann ich eine Wohnung finden, Bus und Bahn nutzen, Freunde treffen, ein Konzert besuchen oder mich politisch engagieren – ohne vorher überlegen zu müssen, ob das für mich überhaupt möglich ist?
Als Mensch mit Behinderung kenne ich viele dieser Fragen aus eigener Erfahrung. Noch immer bestimmen Barrieren darüber, welche Möglichkeiten Menschen haben. Dabei geht es nicht nur um Stufen, fehlende Aufzüge oder nicht barrierefreie Toiletten. Barrieren entstehen auch durch Regeln, Strukturen und vor allem dadurch, was wir anderen Menschen zutrauen.
Die UN-Behindertenrechtskonvention gibt uns einen klaren Auftrag: Menschen mit Behinderung haben das gleiche Recht auf Bildung, Arbeit, Mobilität, Kultur, politische Beteiligung und ein selbstbestimmtes Leben.
Diesen Anspruch möchte ich endlich konsequenter in die Realität übersetzen.
Dazu gehört für mich auch, dass wir nicht nur über Menschen mit Behinderung sprechen. Sie müssen überall dort vertreten sein, wo Entscheidungen getroffen werden – in Unternehmen und Verbänden, in Medien und Kultur und selbstverständlich auch in unseren Parlamenten.
Inklusion ist für mich keine Politik für eine bestimmte Gruppe. Sie ist die Frage, ob unsere Gesellschaft wirklich für alle da ist.