Jedes Kind verdient die Chance, seinen eigenen Weg zu gehen. Gute Bildung muss Stärken fördern und darf niemanden aussortieren, unabhängig von Behinderung, Herkunft oder dem Einkommen der Eltern.
Chancen dürfen nicht von Herkunft abhängen.
Bildung entscheidet über Lebenschancen. Deshalb darf unser Bildungssystem Kinder nicht danach sortieren, aus welcher Familie sie kommen, wie viel ihre Eltern verdienen, welche Sprache zu Hause gesprochen wird oder ob sie mit einer Behinderung leben.
Ich habe selbst erlebt, wie früh Bildungswege vorgezeichnet werden können. Als Kind mit Behinderung wurde ich zunächst auf eine damalige Sonderschule geschickt. Erst später konnte ich auf eine integrative Schule wechseln. Diese Erfahrungen prägen meinen Blick auf Bildung bis heute.
Ich möchte ein Bildungssystem, das zuerst fragt: Was kann dieses Kind und was braucht es, um seine Fähigkeiten zu entwickeln?
Dafür brauchen Schulen gute Rahmenbedingungen, ausreichend Personal und multiprofessionelle Teams. Inklusion kann nicht funktionieren, wenn wir sie beschließen, Schulen und Lehrkräfte anschließend aber mit der Umsetzung alleinlassen.
Gute Bildung braucht außerdem Zeit und Räume für individuelle Förderung. Und sie braucht ein Verständnis davon, dass Kinder unterschiedlich sind und unterschiedliche Wege gehen.
Unser Ziel muss sein, jedes Kind stark zu machen.
Nicht die Kinder müssen zu unserem Bildungssystem passen. Unser Bildungssystem muss den unterschiedlichen Kindern gerecht werden.